Wehrdienst-Reform: LH Kaiser für Verlängerung und gegen Volksbefragung

Spittal an der Drau -

LH Kaiser spricht sich bei Lokalaugenschein in Türk-Kaserne für Wehrdienstverlängerung und gegen Volksbefragung aus: „Verlängerung des Wehrdiensts sowie die Anschaffung von neuen Geräten vor allem in Sachen Cybersecurity und Luftraumüberwachung sind Gebot der Stunde, alles andere ist Träumerei“. Auch Zivildienst adaptieren.

Kaderpersonal mit 3. Landtagspräsidentin Marika Lagger-Pöllinger, LH Peter Kaiser, Bgdr Philipp Eder und Obst Udo Hofer

Am gestrigen Aschermittwoch stattete Landeshauptmann Peter Kaiser der Türk-Kaserne in Spittal an der Drau einen Besuch ab. Zentrales Thema beim gemeinsamen Rundgang mit Militärkommandant Philipp Eder, Oberst Udo Hofer und LAbg. Marika Lagger-Pöllinger war die aktuell stattfindende Diskussion rund um die Verlängerung des Wehrdienstes von jetzt sechs auf acht Monate plus insgesamt zwei Monate an Milizübungen.

Unterstützung der Wehrdienstverlängerung

Landeshauptmann Peter Kaiser unterstützt die von einer Expertenkommission vorgeschlagene Verlängerung des Wehrdienstes in Österreich. Dies sei nicht zuletzt angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen nötig: „Die Verlängerung des Wehrdiensts sowie die Anschaffung von neuen Geräten vor allem in Sachen Cybersecurity und Luftraumüberwachung sind Gebot der Stunde, alles andere ist Träumerei“, verdeutlichte Kaiser.

Ablehnung einer Volksabstimmung

Dazu eine Volksabstimmung durchzuführen, lehnt Kaiser ab: „Die Vorschläge für eine sinnvolle Verlängerung wurden von Fachexperten im Auftrag der Bundesregierung ausgearbeitet. Es liegt an der Bundesregierung, eine Entscheidung zu treffen und diese nicht auf die Bevölkerung abzuwälzen!“
Natürlich müsse eine Entscheidung auch entsprechend argumentiert und die Bevölkerung durch die notwendige Aufklärung und Information mitgenommen werden. Man werde auch an einer Adaptierung des Zivildienstes nicht herumkommen, damit eine gewisse Relation hergestellt werde, so Kaiser. „Auch gilt es, positive Bewusstseinsbildung zu betreiben, und die Zeit beim Bundesheer oder beim Zivildienst so zu gestalten, dass die jungen Menschen sich auch Fähigkeiten und Kompetenzen aneignen können, die sie auch in der Zeit danach anwenden können“, so Kaiser weiter.

Sicherheitsgipfel und regionale Kooperation

Der Landeshauptmann hob weiters hervor, dass Kärnten das einzige Bundesland mit einem regelmäßig tagenden Sicherheitsgipfel sei und das seit Beginn der Flüchtlingswelle. Alle sechs Wochen stimmen sich dort u.a. Polizei, Feuerwehr, Bundesheer und die zuständigen politischen Referenten mit Abteilungen ab.
Beim heutigen Sicherheitsgipfel mit Innenminister Gerhard Karner werde die Frage der regionsübergreifenden Assistenzeinsätze thematisiert sowie die gute grenzüberschreitende Kooperation mit Friaul-Julisch Venetien, den dortigen Behörden und Slowenien.

Impulsvortrag und Vorstellung von Spezialeinheiten

In einem Impulsvortrag von Oberst Udo Hofer wurde das Jägerbataillon 26 sowie dessen Spezialisierungen u.a. Kompetenz im Gebirgskampf, umfangreiche Auslandserfahrung sowie alpine und körperliche Leistungsfähigkeit dargestellt.

Obst Udo Hofer (c) LPD Kärnten/Pleschberger

Präsentation von Sondereinsatzfahrzeugen

Beim Rundgang am Kasernengelände wurden auch die Sondereinsatzfahrzeuge BVS10 Hägglund für den geschützten Transport von Soldaten sowie ein Quad mit Raupensystem für Aufklärer oder Scharfschützen – beides für das Fahren im unwegsamen Gelände – vorgestellt.

Obst Udo Hofer, 3. Landtagspräsidentin Marika Lagger-Pöllinger, LH Peter Kaiser, Bgdr Philipp Eder und Obstlt Markus Aschbacher (c) LPD Kärnten/Pleschberger