Kärnten braucht weniger Verwaltung und deutlich mehr Gestaltung

Gail-, Gitsch- und Lesachtal -

Team Kärnten-Chef und Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer im aktuellen Interview.

Team Kärnten-Chef Bgm. Gerhard Köfer

Gailtal Journal: Sie fordern auf Landesebene einen klaren Zukunftsplan für Kärnten. Was meinen Sie konkret damit?

Gerhard Köfer: „Kärnten braucht weniger Verwaltung und deutlich mehr Gestaltung. Es fehlt eine klare Vision, ein sogenanntes „big picture“, wie sich Kärnten in Zukunft in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Pflege oder Gesundheit präsentieren möchte. Ein solches Bild gelingt aber nur mit mutigen Entscheidungen und gezielten Investitionen. Es geht hier nicht um kurzfristige Schlagzeilen, sondern darum, die Lebensbedingungen der Kärntner in jeder Hinsicht zu verbessern. Die SP/VP-Landesregierung ist in der Verantwortung, tätig zu werden. Abseits der Politik ist es mir auch ganz wichtig, den Einsatzkräften im Lesachtal einen riesigen Dank auszusprechen. Was hier geleistet wurde, ist sensationell. Alle sind an ihre Grenzen und darüber hinaus gegangen.”

Sie haben das Lesachtal und die dortige größte Waldbrandkatastrophe bereits angesprochen. Viele Feuerwehrleute standen dort tagelang im Einsatz.

„Man kann diesen Einsatz und das Engagement der Feuerwehrleute gar nicht hoch genug einschätzen. Das ehrenamtliche Engagement ist entscheidend für Kärnten und muss durch die Politik weiter gestärkt und vor allem noch mehr geschätzt werden. Gerade bei Katastrophenfällen zeigt sich, wie sehr wir auf Ehrenamtliche angewiesen sind und welchen gesellschaftlich Wert und welche immense Bedeutung dieses Tun für Kärnten hat.“

Spittal gilt wieder als Vorzeigemodell. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

„Der Erfolg basiert auf einem einfachen, konsequent gelebten Prinzip: Reden, zuhören und gemeinsam handeln. Ich habe zu jedem Bürger einen offenen, respektvollen Zugang. Es gelingt uns über Parteigrenzen hinweg, gemeinsam zu arbeiten. Nahezu alle Beschlüsse im Stadt- und Gemeinderat werden einstimmig gefasst, das ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines funktionierenden Miteinanders. Die Ansiedelung neuer Betriebe, die dadurch entstandenen neuen Arbeitsplätze, sowie zahlreiche innovative Projekte machen unsere Stadt stark. Wir investieren klug und fördern nachhaltige Projekte, wie die Errichtung des neuen Schulsport-Ausbildungszentrums oder das moderne Primärversorgungzentrum in der Innenstadt. Spittal soll auch in der Zukunft weiterhin aufblühen.“

Wie ist der aktuelle Stand Ihrer Klagen gegen den ÖGB?

„Alle fünf von mir eingebrachten Klagen gegen den ÖGB sind weiterhin aufrecht. Die Gewerkschaft hatte mit dem vom ÖGB-Anwalt mitgestalteten bedingten Vergleich die Möglichkeit, diese für sie ungustiöse Angelegenheit sachlich zu klären. Diese Chance auf eine Beendigung haben die ÖGB-Funktionäre in Kärnten wieder nicht genutzt. Mir soll es recht sein, zumal es jetzt die Möglichkeit gibt, diese eigenartige Gewerkschaftswahl in einem laufenden Verfahren öffentlich aufzuarbeiten. Wenn man das möchte, ok. Nur macht es die ganze Sache für die Gewerkschaft nur noch peinlicher. Die Faktenlage ist eindeutig und es wurden in der öffentlichen Verhandlung, vor dem Straflandesgericht in Wien, vom ÖGB-Anwalt ausdrücklich und schriftlich in dem bedingten Vergleich festgehalten: Wörtlicher Auszug aus dem bedingten Vergleich: „Sämtliche Vorwürfe gegen Bürgermeister Köfer werden somit vollinhaltlich zurückgezogen. Wie durchgeführte Recherchen ergeben haben, hat Bürgermeister Köfer zu keinem Zeitpunkt in die selbstständige Wahlhandlung der Gewerkschaft eingegriffen oder diese beeinflusst. Es hat keine tatsächliche Grundlage gegeben, Bürgermeister Köfer mit derartigen unrichtigen Vorwürfen in Misskredit zu bringen.“ Und trotzdem will der ÖGB den Prozess fortsetzen. Nur so viel dazu: Ich bin bereit.“