Der GeoPark Karnische Alpen in Dellach/Gail erinnert an das schwere Erdbeben in Friaul im Jahre 1976: Ausstellung „Leben mit Naturgefahren“   

Dellach/Gail -

Punktgenau 50 Jahre nach diesem dramatischen Naturereignis konnte GeoPark-Leiterin Gerlinde Krawania-Ortner am 6.Mai 2026 zahlreiche Ehrengäste und Zeitzeugen im vollbesetzten Festsaal der Gemeinde Dellach/Gail zur Eröffnung des Interreg-Projektes „Georisk“ begrüßen.


„Der heutige Tag ist nicht nur Eröffnung der heurigen GeoPark Saison, sondern Gedenktag an eine große Katastrophe, die auch das Gailtal erschüttert hat. Das Haupt-Beben der Stärke 8-9 der Mercalli-Skala, die Nachbeben sowie ein erneut starkes Beben im September 1976 hinterließen Schutt, Zerstörung, 1.000 Todesopfer, 3.000 Verletzte und in Summe 100.000 Obdachlose. Was im Mai noch nicht zerstört war, wurde im September gänzlich dem Boden gleich gemacht, was nach dem 6. Mai wieder aufgebaut worden war, wurde im September erneut zertrümmert.“

Feierliche Eröffnung in Dellach/Gail
GeoPark-Leiterin Gerlinde Krawania-Ortner

Die Ausstellung „Leben mit Naturgefahren“  vom 6. Mai 2026 bis 17. Oktober 2026 im Geoparkzentrum Dellach/Gail

Feierlich

LH Daniel Fellner erinnerte in seiner Ansprache: „Auf das Beben folgte grenzenloser Zusammenhalt, grenzüberschreitende Hilfe und nachhaltige Nachbarschaft, die Zusammenarbeit für den Katastrophenfall war spontan, herzlich und enger denn je – lange vor der EU-Mitgliedschaft Österreichs. Der Katastrophenhilfseinsatz ist quasi die Königsklasse für Einsatzkräfte, weil man überwältigt ist von Leid, auf das man trifft. Das sind Bilder, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Man nennt oft Opferzahlen, spricht von 1.000 Opfern, aber das sind 1.000mal der Bruder, die Schwester, die Tochter oder der Sohn. Wir waren ja vom Krieg her verfeindete Länder. Um vom Feind zum Nachbarn zu werden, sind viele Puzzleteile nötig, die ineinandergreifen müssen. Unsere Bereitschaft, schon am nächsten Tag an Ort und Stelle zu sein, um zu helfen, ist eines dieser Puzzleteile. Die Katastrophe hat die Menschen wieder zusammengeführt.“

Bgm. Johannes Lenzhofer, NR-Abg. Wendelin Mölzer, Gerlinde Krawanja-Ortner, LH Daniel Fellner und LA Ronny Rull

Lesung mit Musik

Verbunden war die gelungene Gedenkveranstaltung in Dellach mit einer Lesung der deutschen Autorin Esther Kinsky aus ihrem preisgekrönten Roman „Rombo“. Dort beschreibt sie das historische Ereignis in Friaul aus der Perspektive von Mensch-, Tier- und Pflanzenwelt in einer hochpoetischen Prosa. Musikalische gefühlvoll und passend begleitet durch das professionelle Cello-Duo Marie Orsini Rosenberg und Friedegung Rainer.

Grußworte

Hausherr Bürgermeister Johannes Lenzhofer lobte in seiner Begrüßung die umfassende Arbeit der GeoPark Leiterin mit ihrem Team bei der Gestaltung der Ausstellung, die noch bis Mitte Oktober 2026 im Foyer zu besichtigen ist. Dank und Anerkennung auch von Landtagsabgeordneten Bürgermeister Ronny Rull in seiner Funktion als Vorsitzender des Gemeindeverbandes Karnische Region, sowie von Nationalratsabgeordneten Wendelin Mölzer.

Lesung der deutschen Autorin Esther Kinsky
Musikalische Begleitung durch das Cello-Duo Marie Orsini Rosenberg und Friedegung Rainer.

Ehrengäste

Interessiert dabei auch die Bürgermeister Bernhard Knotz (Lesachtal), Josef Zoppoth (Kötschach-Mauthen), Markus Salcher (Kirchbach), Vz.Bürgermeisterin Irmgard Hartlieb (Hermagor), Karoline Turnschek (Weissensee), DI Hannes Poglitsch vom Amt für Wasserwirtschaft, Bezirks-Forstinspektor i.R. DI Wilfried Strasser, Gletschervermesser Mag.Gerhard Hohenwarter, Geologe Prof.Hans Peter Schönlaub, PI-Kdt-Stv KöMau und Sicherheitsbeauftragte Katrin Hohenwarter, Zivilschutz-Obmann Baltasar Mitterer, Gailtal Journal Herausgeberin Ruth Rauscher, Mag.Friedl Veider von der Leader Region Hermagor, NLW-Geschäftsführer Markus Brandstätter, VIA-Organisatorin Helga Pöcheim u.v.a. Die Ausstellungseröffnung wurde kulinarisch wohlschmeckend veredelt durch regionale Köstlichkeiten aus dem Hause Lenzhofer. 

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