Ackerbau: Ernteverluste deutlich absehbar
Die Auswirkungen der Trockenheit treffen den Ackerbau besonders hart. Viele Kulturen bleiben im Wachstum deutlich zurück. Laut LK-Pflanzenbaudirektor Erich Roscher zeigen sich bereits jetzt deutliche Schäden: Gerstenbestände befinden sich in der Blüte, sind jedoch nicht ausreichend mit Wasser versorgt. Dadurch drohen erhebliche Ernteverluste. Auch beim derzeit laufenden Anbau von Mais, Sojabohnen und Ölkürbis ist die Entwicklung kritisch. In den kommenden zwei Wochen wäre dringend Niederschlag notwendig, um die Bestände zu sichern. Insgesamt rechnet die LK Kärnten bereits jetzt mit einem Ertragsminus von 20 bis 70 Prozent bei Getreide im Vergleich zum Vorjahr.
Grünland: Minus von bis zu 60 Prozent
Besonders betroffen ist auch das Grünland, das rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Kärnten ausmacht. Die erste Mahd der Wiesen steht bevor, fällt jedoch aufgrund der Trockenheit deutlich schwächer aus als üblich. Grünlandexperte Hans Egger warnt vor massiven Einbußen: In vielen Regionen wird ein Minus von bis zu 60 Prozent beim Futterertrag erwartet. Da diese erste Ernte die Grundlage für den Winterfuttervorrat bildet, sehen viele Betriebe ihre Versorgung gefährdet.
Angesichts der angespannten Futtersituation fordert LK-Präsident Huber rasche Maßnahmen. Besonders im Fokus steht die Freigabe von Biodiversitätsflächen, die im Rahmen der EU-Agrarpolitik angelegt werden. Auf rund 9.000 Hektar ist eine Weide- oder Futternutzung derzeit eingeschränkt oder verboten. „Wir brauchen rasch die Erlaubnis, diese Flächen nutzen zu können“, betont Huber. Nur so könnten zusätzliche Futterressourcen mobilisiert werden. Entsprechende Gespräche mit dem Landwirtschaftsministerium laufen bereits.
Schutzschirm gegen Dürreschäden
Als wichtige Absicherung in solchen Krisen verweist die LK Kärnten auf die Dürreversicherung der Österreichischen Hagelversicherung. Diese soll klimabedingte Ertragsausfälle zumindest teilweise abfedern. Die Prämien werden öffentlich mitfinanziert. LK-Präsident Huber dankt insbesondere dem Land Kärnten und LHStv. Martin Gruber für die Bereitstellung dieser Mittel.









































