Milliardeninvestitionen und starke Betriebe geben Kärntens Wirtschaft neuen Auftrieb

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Kärnten -

Positive Konjunkturdaten, widerstandsfähige Unternehmen und milliardenschwere Investitionen stärken die Perspektiven des Wirtschaftsstandorts Kärnten. Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl sieht erste Anzeichen einer Trendwende und fordert von der Politik bessere Rahmenbedingungen, damit daraus ein nachhaltiger Aufschwung werden kann.

WK-Präsident Jürgen Mandl sieht positive Signale für Kärntens Wirtschaftsstandort und fordert bessere Rahmenbedingungen, damit Betriebe weiter investieren und wachsen können

Das Wachstum in Europa fällt stärker aus als erwartet, auch Österreich verzeichnet ein Plus. Im dritten Quartal 2026 legte die Wirtschaftsleistung im Euroraum laut erster Schätzung gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent zu, in Österreich waren es 0,2 Prozent. Auch Kärntens Unternehmen beweisen in einem weiterhin herausfordernden Umfeld Widerstandskraft, so Mandl.

Kärntens Betriebe behaupten sich im Bundesländervergleich

Dass Kärntens Wirtschaft vergleichsweise gut durch die schwierige Phase kommt, zeigt auch die jüngste Konjunkturbeobachtung für das Gewerbe und Handwerk. Bei der Entwicklung der Auftragseingänge beziehungsweise Umsätze im ersten Halbjahr 2026 liegt Kärnten hinter Salzburg auf Platz zwei im Bundesländervergleich. Der nominelle Rückgang von 0,9 Prozent fällt damit nur halb so stark aus wie im österreichweiten Durchschnitt. Von einer breiten Erholung kann zwar noch keine Rede sein, die Betriebe behaupten sich jedoch bemerkenswert gut. Auch langfristig gibt es positive Entwicklungen: Laut einer Eurostat-Analyse der realen BIP-Entwicklung auf Ebene der NUTS-2-Regionen zwischen 2019 und 2024 waren Kärnten und Salzburg die einzigen österreichischen Bundesländer mit einem Wirtschaftswachstum.

Milliardeninvestition als Vertrauensbeweis

Ein weiteres starkes Signal für den Wirtschaftsstandort ist die angekündigte Investition von Infineon. Bis 2034 sollen rund 1,1 Milliarden Euro in den Standort Villach fließen. Mit der geplanten Fertigung von Galliumnitrid-Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Wafern wird Kärntens Position als international bedeutender Technologiestandort weiter gestärkt. Für Mandl ist das auch ein klarer Vertrauensbeweis: „Wer 1,1 Milliarden Euro in Villach investieren will, traut diesem Standort etwas zu. Kärnten hat Unternehmen, Fachkräfte und Forschungseinrichtungen, die international vorne mitspielen. Darauf können wir aufbauen.“ Von solchen Investitionen profitiere nicht nur das Technologieunternehmen selbst. Sie eröffneten auch Zulieferbetrieben neue Perspektiven, schafften Chancen für Beschäftigte und stärkten die wirtschaftlichen Möglichkeiten der nächsten Generation.

Politik muss den Betrieben Rückenwind geben

Damit aus den positiven Signalen ein nachhaltiger Aufschwung wird, brauche es jetzt entsprechende wirtschaftspolitische Weichenstellungen. Mandl sieht vor allem bei den Energiepreisen, den Lohnnebenkosten und den Genehmigungsverfahren Handlungsbedarf. Wettbewerbsfähige Energie, eine Entlastung des Faktors Arbeit und weniger bürokratische Hürden würden den Unternehmen mehr Spielraum für Investitionen, Innovationen und neue Aufträge verschaffen. „Unsere Unternehmer brauchen jetzt Rückenwind: weniger Bürokratie, leistbare Energie und mehr Luft zum Investieren. Die Politik muss ihren Beitrag leisten, damit aus den positiven Signalen ein Aufschwung wird, der bei möglichst vielen Betrieben und ihren Beschäftigten ankommt“, appelliert der WK-Präsident.