Heute war der Tag der Entscheidung für die willigen Nachwuchs-Mediziner

Medizinstudium: Aufnahmetest ist für 91 Prozent Endstation

Klagenfurt -

LHStv.in Beate Prettner: 17.500 potentielle Jungärzte stellen sich heute der Aufnahmehürde – unverantwortlich, dass nur 1.740 zum Medizinstudium zugelassen werden – Prettner warnt vor weiterer Zuspitzung der Situation.

Medizinstudium lockern: „Wann, wenn nicht jetzt, müssen die Zugangsbeschränkungen fallen?“
So viele junge Menschen wie schon seit Jahren nicht möchten heuer ein Medizinstudium beginnen: Doch von den rund 17.500 potenziellen Nachwuchsärzten erhalten österreichweit nur neun Prozent die Chance, in ein Studium einzusteigen. „Das heißt: Nach dem heutigen Aufnahmetest ist für 15.800 Maturanten bzw. 91 Prozent Endstation und der Traum vom Arztberuf ausgeträumt“, kritisiert die Kärntner Gesundheitsreferentin Beate Prettner. „Und das, obgleich in Österreich alleine im Bereich der Hausärzte 95 Kassenstellen unbesetzt sind. Das heißt, fast 100 Gemeinden haben gar keinen oder zu wenig Allgemeinmediziner und dennoch hält der Bund an seiner rigorosen Zugangsbeschränkung für das Medizinstudium fest.“

Unter strengsten Hygiene-Maßnahmen werden die Aufnahmeprüfungen absolviert

Auch wenn Kärnten die positive Ausnahme bilde, fordert Prettner den Bund auf, „endlich auf den Ernst der Lage zu reagieren.“ Tatsächlich gibt es in Kärnten nur eine einzige unbesetzte Kassenstelle für Allgemeinmedizin – und zwar in St. Lorenzen im Lesachtal: Doch auch hier werde bereits mit Interessenten verhandelt.

Viel Erfolg!

Um 1.155 Personen mehr als im Vorjahr stellen sich heute dem Aufnahmeverfahren an den Medizinischen Universitäten in Wien, Innsbruck und Graz sowie an der Medizinischen Fakultät in Linz. „Österreich sollte sich glücklich schätzen, dass so viele junge Menschen den Wunsch haben, Arzt zu werden; stattdessen weisen wir 91 Prozent ab“, sagt Prettner. Sie fordert „dringend eine Aufstockung der Studienplätze oder zumindest eine Änderung der Zugangsbeschränkung, die mehr Abgänger in den vakanten Bereichen, wie etwa Allgemeinmedizin, Radiologie, Psychiatrie oder Kinder- und Jugendheilkunde hervorbringt.“ Der Bund müsse reagieren und dürfe nicht weiter tatenlos zusehen, warnt die Kärntner Gesundheitsreferentin vor einer weiteren Zuspitzung der Situation.