Ablenkung ist häufigste Unfallursache
Wie gefährlich Unachtsamkeit am Steuer ist, zeigen die Unfallzahlen deutlich: Rund 30 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Kärnten waren im Vorjahr auf Ablenkung zurückzuführen. Dabei wurden laut einer VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria 1.009 Menschen verletzt, zwölf Menschen kamen ums Leben. Österreichweit wurden im selben Zeitraum 12.882 Verkehrsunfälle mit Personenschaden durch Ablenkung und Unachtsamkeit verursacht. 114 dieser Unfälle endeten tödlich „Ablenkung war in Kärnten im Vorjahr die häufigste Ursache von Verkehrsunfällen mit Personenschaden“, berichtet VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Zwar kann Unachtsamkeit unterschiedliche Gründe haben, die Nutzung des Smartphones während der Fahrt stellt jedoch ein zunehmendes Problem für die Verkehrssicherheit dar.
Zwei Sekunden im Blindflug können fatale Folgen haben
Wie stark das Smartphone die Aufmerksamkeit beeinträchtigt, wird häufig unterschätzt. Wer während der Fahrt mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert ähnlich schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Noch gefährlicher kann das Lesen von Nachrichten sein: Laut Untersuchungen ist man dabei rund zwei Sekunden im Blindflug unterwegs. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h legt ein Auto in dieser Zeit beinahe 30 Meter zurück – ohne dass der Lenker seine Aufmerksamkeit vollständig auf das Verkehrsgeschehen richtet. Läuft in diesem Moment beispielsweise ein Kind auf die Straße, kann die Ablenkung fatale Konsequenzen haben. „Bei vielen fehlt leider nach wie vor das Bewusstsein, wie gefährlich das Telefonieren oder gar das Lesen von Nachrichten während des Fahrzeuglenkens ist“, warnt VCÖ-Expertin Schenk. Der Appell des VCÖ ist daher eindeutig: Beim Autofahren muss die volle Konzentration dem Straßenverkehr gelten. Das Handy gehört während der Fahrt nicht in die Hand.
Mehr als 7.200 Verstöße in Kärnten
Dass das Problem keineswegs zu unterschätzen ist, zeigen auch die Zahlen der Exekutive. Im Jahr 2025 wurden österreichweit 112.317 Lenkerinnen und Lenker wegen der unerlaubten Handynutzung am Steuer erwischt. 7.264 dieser Verstöße entfielen auf Kärnten. Damit ist die Zahl der geahndeten Übertretungen gegenüber 2024 mit damals 7.820 Fällen zwar zurückgegangen. Dennoch bleibt sie auf einem hohen Niveau. Der VCÖ geht zudem davon aus, dass die tatsächlich begangenen Verstöße deutlich höher liegen als die Zahl der angezeigten Fälle.
Handyblitzer im Einsatz
Ein Vorbild sieht der VCÖ in Deutschland. Im Bundesland Rheinland-Pfalz sind sogenannte Handyblitzer bereits seit April 2025 im Einsatz. Nun soll ihr Einsatz in Deutschland flächendeckend ermöglicht werden, um Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer wirksamer kontrollieren zu können. Die speziellen Kameras erkennen automatisiert, ob Lenker während der Fahrt ein Smartphone verwenden. Wird eine mögliche Übertretung festgestellt, wird das entsprechende Foto anschließend von Polizeibeamten überprüft. Erst dadurch wird festgestellt, ob tatsächlich ein Verstoß vorliegt. Auch in Österreich wäre der Weg laut VCÖ grundsätzlich möglich: Dafür müsste lediglich die Straßenverkehrsordnung entsprechend novelliert werden. Die Organisation fordert daher, die rechtlichen Voraussetzungen rasch zu schaffen.








































