Corona: Physiotherapeuten vor dem Nichts

Kärnten - Es reicht! Physiotherapeuten stehen vor dem Nichts! Trotz mehrmaligen Ersuchens: Praxen wurden nicht behördlich geschlossen. Fahrlässige Gefährdung gewisser Personengruppen!

Vorübergehend geschlossen haben Physiotherapiepraxen!
Physiotherapeuten stehen ohne existenzielle Absicherung da. „Das genügt!“ In den letzten Tagen haben zahlreiche Physiotherapiepraxen ihre Einrichtung freiwillig geschlossen. Warum? Weil sie wissen, dass sie durch ihre tägliche körpernahe Arbeit Patienten und Patientinnen einer Gefahr aussetzen. Weil sie verantwortungsbewusst gegenüber den vulnerablen Personengruppen dieses Landes handeln. Sie verzichten zum Schutz der Gesamtbevölkerung.

Vor dem Nichts

Mehrmalige Urgenzen bei zuständigen Behörden brachten dasselbe Resultat: Das Wirtschaftsministerium fühlt sich nur zuständig für Wirtschaftskammerangehörige. Ohne die behördliche Schließung von physiotherapeutischen Praxen, stehen freiberuflich tätige Physiotherapeuten vor dem Nichts. Ohne die behördlich angeordnete Schließung wird ihnen kein Teil der Ausfallszahlungen gewährt.

Völlig alleine gelassen

Physio Austria berichtet: Unsere Berufsangehörigen sind völlig alleine gelassen von den Behörden in Bezug auf existenzsichernde Maßnahmen. Physiotherapeutische Praxen werden nicht mit Schutzausrüstung oder Bedarfszuweisungen versorgt. Dennoch sollen sie ihre täglichen Strukturen aufrecht erhalten. Physiotherapeuten arbeiten in der Regel mit direktem Körperkontakt. Sowohl für Patienten, als auch für sie selbst, stellt das eine große Gefahr dar.

Unverzichtbar – aber nicht lebenserhaltend

Physiotherapeuten tragen wesentlich zum Gesundheits- und Versorgungssystem bei. Auch jetzt, indem sie sich eingestehen: Wir sind ein unverzichtbarer Gesundheitsberuf, aber nicht lebenserhaltend – unsere Arbeit an Hochrisikopatienten stellt eine ernstzunehmende Gefahr dar.

Physio Austria fordert sofortige existenzsichernde Maßnahmen, sodass die Berufsgruppe auch nach der Corona-Krise für das Gesundheitssystem tätig sein kann. Der Bundesverband der Physiotherapeuten fühlt sich in der aktuellen Situation völlig alleingelassen. Weil Praxen nicht behördlich geschlossen werden, fehle freiberuflich tätigen Physiotherapeuten jede existenzielle Absicherung.

Appell

Mit einem emotionalen Appell wendet sich der Bundesverband der Physiotherapeuten an die Öffentlichkeit. Man fühle sich völlig alleingelassen mit der Coronakrise: „Ohne die behördliche Schließung von physiotherapeutischen Praxen stehen freiberuflich tätige Physiotherapeuten vor dem Nichts. Ohne die behördlich angeordnete Schließung wird ihnen kein Teil der Ausfallszahlungen gewährt“, erklärt der Verband in einer Presse-Aussendung. Textquelle: Physio Austria – Bundesverband der PhysiotherapeutInnen