Waldbrand im Lesachtal: Lage entspannt sich – Einsatz bleibt herausfordernd

St. Lorenzen im Lesachtal -

Am vierten Tag des flächenmäßig größten Waldbrandes Österreichs in der Gemeinde Lesachtal zeigt sich erstmals eine vorsichtige Entspannung.


Die großen Brandherde am Berg konnten erfolgreich gelöscht werden. Seit Sonntag konzentrieren sich die Einsatzkräfte auf die Brandbekämpfung am Boden.
Zur Unterstützung wurde die F-KAT-Bereitschaft des Bezirkes Spittal an der Drau mit 60 Mann in das Einsatzgebiet beordert.

Einsatzkräfte im steilen Gelände: Die Nachlöscharbeiten erfordern höchste Konzentration und Ausdauer. (c)Warmuth Matthias

Dank und Anerkennung für die Einsatzkräfte

Bei der Pressekonferenz am Sonntag äußerten sich Vertreter von Behörden und Feuerwehr zur aktuellen Situation, die sich sichtlich entspannt hat. Landeshauptmann Daniel Fellner richtete seinen persönlichen Dank an alle Einsatzkräfte. Besonders hob er die entscheidende Rolle der Hubschrauber hervor, die im steilen Gelände unverzichtbar seien. Unterstützungszusagen aus anderen Bundesländern sowie aus dem Ausland liegen vor, müssen derzeit jedoch nicht in Anspruch genommen werden. Zudem stellte er schnelle finanzielle Hilfe für die betroffene Gemeinde in Aussicht und betonte den starken Zusammenhalt in der Region.
Seit Ausbruch des Brandes am Donnerstagabend standen rund 980 Feuerwehrleute im Einsatz, die vielfach private und familiäre Verpflichtungen hintanstellten. Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann zeigte sich darüber sichtlich bewegt und hob die enge Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen sowie der Bevölkerung hervor.

Starker Zusammenhalt: Feuerwehr, Einsatzorganisationen und Bevölkerung arbeiten Hand in Hand.(c) Florian Jost

Vorbildliche Zusammenarbeit aller Kräfte

Für den Leiter des Behördeneinsatzstabes, Bezirkshauptmann Dr. Heinz Pansi, ist das Zusammenspiel der Einsatzkräfte vorbildhaft. Auch er spricht sich für den weiteren Einsatz der Hubschrauber in den kommenden Tagen aus.
Bürgermeister Bernhard Knotz, erst seit März 2026 im Amt, bezeichnete den Brand als weiteren schweren Rückschlag für die Gemeinde. Nach der Sturmkatastrophe Vaia und massiven Borkenkäferschäden sei dies bereits der dritte Totalschaden für das betroffene Waldgebiet. Gleichzeitig zeigte er sich beeindruckt vom großen Zusammenhalt der Bevölkerung, die gemeinsam mit dem örtlichen Nahversorger die Verpflegung der Einsatzkräfte sicherstellt.

Einsatz auf höchstem Niveau bestätigt

Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin sieht sich durch den Einsatz in der Neuausrichtung der Kärntner Waldbrandeinheiten sowie der Feuerwehr-Katastrophenhilfszüge bestätigt. Der hohe Ausbildungsstand sei insbesondere auch ein Erfolg der Landesfeuerwehrschule.
Einsatzleiter Gerd Guggenberger berichtete, dass aktuell rund 360 Feuerwehrleute im Gelände im Einsatz sind, darunter auch Kräfte aus Spittal. Unterstützt werden sie von vier Polizeihubschraubern sowie drei Hubschraubern des Österreichischen Bundesheeres. Zusätzlich helfen Landwirte mit Traktoren und Güllefässern beim Löschwassertransport – die Versorgung mit Löschwasser ist derzeit gesichert. 

Kräftezehrende Nachlöscharbeiten dauern an

Sofern Wind und Sonneneinstrahlung keine neuen Flammen entfachen, werden nun systematisch Glutnester freigelegt und gelöscht. Diese Arbeiten sind körperlich äußerst fordernd, staubig und gefährlich und werden noch mehrere Tage andauern.
Am Montag wird die F-KAT-Bereitschaft aus Spittal planmäßig von Kräften aus den Bezirken St. Veit an der Glan und Feldkirchen abgelöst.

Meter für Meter: Glutnester werden mühsam freigelegt und abgelöscht – eine kräftezehrende Arbeit (c)Matthias Warmuth