Mehrere Brillen statt einer: Warum fast zwei Drittel der Österreicher auf ein zweites Gestell setzen

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Wer trägt schon nur eine einzige Brille? Diese Frage klingt zunächst banal, hat aber eine überraschende Antwort: Immer mehr Österreicherinnen und Österreicher greifen bewusst zu einem zweiten oder sogar dritten Gestell. Was früher als unnötiger Luxus galt, ist heute für viele Menschen eine praktische Notwendigkeit, die mit dem veränderten Alltag, dem langen Arbeitstag am Bildschirm und dem gestiegenen Modebewusstsein zusammenhängt.

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Sehen als Alltags-Aufgabe mit vielen Gesichtern

Das menschliche Auge muss heute mehr leisten als je zuvor. Der Morgen beginnt oft mit dem Smartphone, der Arbeitstag vergeht vor dem Computer, der Abend klingt mit dem Fernsehen oder dem Tablet aus. Dazwischen kommt noch das Autofahren, das Sporttreiben oder schlicht das gesellige Beisammensein. Für all diese Situationen stellt eine einzige Brille mitunter keine ideale Lösung dar. Das haben viele Brillenträgerinnen und Brillenträger längst erkannt.

Laut aktuellen Marktdaten der österreichischen Augenoptikbranche besitzt fast ein Viertel der Brillenträger hierzulande mindestens eine Zweitbrille. Tendenz steigend. Besonders beliebt sind dabei Bildschirm- und Computerbrillen, die speziell auf die mittlere Distanz zum Monitor ausgelegt sind und die Augen bei stundenlanger Bildschirmarbeit entlasten. Aber auch Sportbrillen und optische Sonnenbrillen zählen zu den am häufigsten genannten Ergänzungen zur täglichen Korrekturbrille.

Bildschirmarbeit als Treiber der Mehrfachversorgung

Der Trend zur Zweitbrille hängt eng mit dem digitalen Wandel zusammen. Wer täglich viele Stunden vor einem Bildschirm verbringt, kennt das unangenehme Gefühl müder, gereizter Augen am Ende des Tages. Eine klassische Gleitsichtbrille oder eine einfache Einstärkenbrille ist für diese Situation oft nicht optimal ausgelegt, denn sie ist auf ganz andere Sehabstände abgestimmt. Eine Computerbrille hingegen erlaubt es, entspannt auf den Monitor zu blicken, ohne den Kopf in eine ungünstige Position bringen zu müssen.

Der Augenoptiker-Verband weist seit Jahren darauf hin, dass das Problembewusstsein in der Bevölkerung in diesem Bereich deutlich gewachsen ist. Viele Menschen kommen heute gezielt in die Optikerfachgeschäfte und fragen nach einer Brille für die Arbeit am Schreibtisch. Optiker wie eyes + more haben diesen Bedarf frühzeitig erkannt und bieten ein breites Sortiment an modernen Gestellen zu unterschiedlichen Preislagen an, was den Einstieg in die Mehrfachversorgung deutlich erleichtert.

Brille als Modeaccessoire

Neben den funktionalen Gründen spielt die Mode eine immer größere Rolle. Die Brille ist längst kein notwendiges Übel mehr, sondern ein bewusstes Stilelement. So wie man verschiedene Schuhe zu verschiedenen Outfits trägt, wählen viele Menschen heute auch ihr Brillengestell je nach Anlass aus. Ein schlichtes, dezentes Modell für den Berufsalltag, ein auffälligeres für den Abend oder das Wochenende. Dieses Bewusstsein für die Brille als Accessoire ist insbesondere bei jüngeren Österreicherinnen und Österreichern ausgeprägt, aber auch ältere Generationen zeigen zunehmendes Interesse an einer modischen Zweitbrille.

Aktuelle Untersuchungen zum Sehverhalten belegen, dass der Trend zur bewusster abgestimmten Sehhilfe europaweit zunimmt. Menschen entscheiden heute gezielter, wann und wie sie welche Brille einsetzen. Die Brille wird nicht mehr als einheitliche Lösung betrachtet, sondern als anpassbares Werkzeug für unterschiedliche Lebenssituationen.

Wie sinnvoll ist eine Reservebrille?

Ein häufig unterschätzter Aspekt ist der praktische Sicherheitsgedanke. Wer auf eine Brille angewiesen ist, also ohne sie weder lesen noch sicher Auto fahren kann, befindet sich in einer misslichen Lage, wenn das einzige Exemplar verloren geht, zerbricht oder zur Reparatur gebracht werden muss. Eine Reservebrille oder ein Zweitgestell schützt vor solchen Situationen und gibt ein gutes Stück Unabhängigkeit zurück.

Gerade in ländlichen Regionen wie dem Gailtal, wo der nächste Optiker mitunter eine längere Fahrt entfernt liegt, kann eine Ersatzbrille im Alltag einen echten Unterschied machen. Wer regelmäßig auf das Auto angewiesen ist, sollte eine funktionstüchtige Reservebrille schlicht als Teil der Grundausstattung betrachten, ähnlich wie man einen Reserveschlüssel für die Haustüre anfertigen lässt.

Regelmäßige Augenuntersuchungen als Grundvoraussetzung

So sinnvoll mehrere Brillen auch sein mögen, sie ersetzen keine regelmäßige Augenuntersuchung. Wie die Österreichische Gesundheitskasse empfiehlt, sollte man Gesundheitsvorsorge konsequent in Anspruch nehmen. Das gilt auch für die Sehgesundheit: Eine Sehstärke, die sich schleichend verändert, wird von vielen Menschen lange nicht wahrgenommen. Schlechter sitzendes Bildschirmgestell, häufige Kopfschmerzen am Abend oder die Tendenz, Texte weiter weg zu halten als früher können Hinweise sein, dass eine neue Augenprüfung fällig ist. Wer mehrere Brillen trägt, sollte darauf achten, dass alle aktuell auf dem neuesten Stand der Sehstärke sind.

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Was beim Kauf einer Zweitbrille zu beachten ist

Wer mit dem Gedanken spielt, ein zweites Gestell anzuschaffen, sollte sich zunächst überlegen, wofür es gedacht sein soll. Für die Computerarbeit? Für den Sport? Als modisches Zweitgestell für besondere Anlässe? Diese Überlegung hilft dem Optiker dabei, die richtige Empfehlung auszusprechen. Auch der Anschaffungspreis muss nicht abschrecken: Gerade im Segment der Zweit- und Reservebrillen gibt es heute attraktive Angebote, die qualitativ hochwertige Gläser in modischen Fassungen zu überschaubaren Preisen vereinen.

Wer zudem bei einem optometrischen Fachbetrieb beraten wird, profitiert von individueller Anpassung und einer Messung, die auf die persönlichen Sehanforderungen eingeht. Das ist bei Zweitbrillen ebenso wichtig wie bei der Erstbrille, denn ein schlecht sitzendes oder falsch eingestelltes Gestell kann langfristig mehr schaden als nützen.

Fazit: Die eine Brille für alles war gestern

Der Trend zur Mehrfachversorgung ist keine Modeerscheinung, sondern eine logische Reaktion auf einen Alltag, der vielfältiger und digitaler geworden ist. Wer Augen und Lebensqualität gleichermaßen im Blick behält, ist mit zwei Brillen oft besser bedient als mit einer. Österreichs Brillenträgerinnen und Brillenträger haben das offensichtlich längst er