Gail-, Gitsch- und Lesachtal -
Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer im Interview.
Gailtal Journal: Sie halten, was Sie versprechen und haben „For Forest“ vor Ort unter die Lupe genommen. Ihre Meinung dazu?
Gerhard Köfer: „Wir haben das Projekt sogar zweimal besucht, um uns ein faires Urteil bilden zu können. Der erste Eindruck war durchaus überraschend und positiv. Nach ungefähr fünf Minuten wird es für viele Besucher aber eher langweilig. Den versprochenen Publikumsandrang oder gar einen regelrechten Run auf „For Forest“ gibt es bis heute nicht. Wir bleiben, was die finanzielle Dimension des Projektes betrifft, kritisch. Es wird dazu vom Team Kärnten im Landtag weiterhin zahlreiche unangenehme Fragen geben.“
Abordnung des Team Kärnten bei „For Forest“
Warum bezeichnen viele Kenner der Landespolitik die SPÖ/ÖVP-Koalition gerne als eine Parteisekretäre- und -sekretärinnen-Vereinigung?
„Der Beruf einer Sekretärin im öffentlichen Bereich oder der Wirtschaft ist unbestritten ehrenhaft. Wenn man aber, wie die Mehrheit der aktuellen Vertreter in der Landesregierung, aus einem geschützten, politischen Büro kommt, stellt sich schon die Frage, ob es für diese Koalition keine anderen Leute gegeben hätte. Ich denke da an zahlreiche erfahrene Bürgermeister oder Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen.“
Wie beurteilen Sie allgemein das öffentliche Auftreten der rot-schwarzen Koalition in Kärnten?
„Die bisherige Arbeit und der Charme dieses ungleichen Koalitions-Pärchens ist keinesfalls vergnügungssteuerpflichtig. Es gibt keinen Ansatz und keinen Mut für zukunftsorientierte Reformen. Täglich steigende Landesschulden, die Bildung versinkt im Chaos, steigende Armut und ein unerträglicher Parteifilz stehen zu Buche. Die SPÖ treibt ihren Juniorpartner ÖVP unbarmherzig vor sich her und die lassen sich das gefallen. Sie mögen sich gegenseitig einfach nicht und machen viele Fehler. Gerade deshalb braucht es das Team Kärnten als starke und kontrollierende Kraft.“
Von der SPÖ/ÖVP-Koalition wird in Kärnten permanent die Stärkung des ländlichen Raumes versprochen. Wie schaut die Realität aus?
„Es wurden zahlreiche Polizeiposten, Volks- und Musikschulen, Buslinien, Postfilialen und Tankstellen zugesperrt. In den vergangenen Jahren wurde von SPÖ und ÖVP die Infrastruktur massiv ausgedünnt und das Leben am Land unattraktiv gemacht. Für die Altparteien besteht Kärnten offenbar nur mehr aus Klagenfurt und Villach. Trotzdem wird bei jedem Kirchtag dieselbe Leier am Mikrophon heruntergebetet: Stärkung des ländlichen Raumes, Bildung und leistbares Wohnen. Nichts davon wurde je eingehalten.“
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